Digitalisierungsagentur für den Landkreis München

16. November 2020

Die SPD-Kreistagsfraktion beantragt den Aufbau einer Digitalisierungsagentur im Jahr 2021 – im ersten Schritt für die kreiseigene Verwaltung, im zweiten Schritt zu öffnen für die Kommunen im Landkreis.

Der Landkreis München steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Um seine Aufgaben in Bildung, Jugendhilfe, ÖPNV, etc. weiter wahrnehmen und ausbauen zu können, müssen Organisationsstrukturen und Verwaltungsabläufe so effizient wie möglich organisiert sein. Die fortschreitende Digitalisierung bietet dafür erhebliche Chancen, nicht nur in den Bereichen Hard- und Software, insbesondere auch in der Organisation von Abläufen. Den Anfangsinvestitionen einer Digitalagentur stehen langfristig erhebliche Einsparungen, Effizienzgewinne und damit Arbeitserleichterungen gegenüber.

Aus der Verwaltung selbst heraus ist die Adaption digitaler Anwendungen und Prozesse nicht im erforderlichen Maße möglich. Neben organisatorischen Hürden lässt das Tarifkorsett des öffentlichen Dienstes den Aufbau einer zeitgemäßen digitalen Infrastruktur nicht zu. In der Folge entwickeln sich Privatwirtschaft und öffentliche Hand seit geraumer Zeit immer weiter auseinander. Abhilfe kann ein organisatorisches Bindeglied zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand schaffen, wie es bspw. die Landeshauptstadt München mit der Gründung der digital@M GmbH installiert hat.

Mit dem Aufbau der Digitalagentur soll zügig begonnen werden. Für die Anschubfinanzierung sind Spielräume innerhalb des vorliegenden Haushaltsentwurfes zu identifizieren. Von kreiseigenen Behörden und Einrichtungen ausgehend soll das Angebot sukzessive auf die Kommunen erweitert werden. Ziel sind effizientere Prozesse, höhere Mitarbeiterzufriedenheit, Bürgernähe und mittelfristig Einsparungen in der Verwaltung des Landkreises und seiner Kommunen, um auch in finanziell angespannten Zeiten Freiräume an anderer Stelle zu schaffen.

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